Hof Ober-Rothenbühl Heimisbach
Im wunderschönen Wandergebiet auf einer Höhe von 940 m Meereshöhe, zwischen Unterfrittenbach und Heimisbach, befindet sich in Ober-Rothenbühl der Hof der Familie Barbara und Peter Züttel-Meier.
«Einen Betrieb in der Bergzone als Nebenerwerbsbetrieb zu führen, braucht sehr viel Substanz von der ganzen Familie. Nicht selten fordert diese Lösung ihren Tribut, indem die partnerschaftliche Beziehung einer hohen Belastung ausgesetzt ist», sind sich die beiden einig.
Nebenbei begann die Familie Züttel auch, für den Eigenbedarf 10 Truthühner zu mästen. Da nicht alles Fleisch selbst verbraucht werden konnte, wurde der Bekanntenkreis angefragt. Das Fleisch wurde ganz verkauft, sodass für die Familie nichts mehr übrigblieb. Diese Situation gab den Anstoss, auch in Richtung Trutenmast zu expandieren.
Die vielen Ställe beanspruchten sehr viel Aufwand für Fütterung, Reinigung und Kontrolle. Zudem entschloss sich Sohn Lars für die Lehre als Landwirt. Deshalb wurde 2011 mit der Planung und dem Bau einer Poulet- und Trutenmasthalle mit Lagerraum begonnen.
Um für die Zukunft alle Optionen offenzuhalten, wurde gleichzeitig mit dem Bau eine Güllegrube von 230 m³ erstellt. Die Halle wurde zudem so eingerichtet, dass sie allenfalls später umgenutzt werden kann.
Die Jungtruten werden mit ca. 6 Wochen eingestallt, die Poulets als Eintagskücken. Optimale Startbedingungen für Geflügel bedingen tiergerechte Temperaturen sowie eine einwandfreie Hygiene. Die elektrische Heizung wird aus der in das Dach eingebauten, ca. 250 m² grossen Solaranlage gespiesen. Überschussstrom wird ans Stromnetz abgegeben.
| Ebenfalls wurden die Ställe so eingerichtet, dass sie nach jedem Umtrieb (Truten ca. alle 100 Tage, Poulets alle 40 Tage) mit Hochdruck und ohne Einsatz von Chemikalien gereinigt werden können. |
Die Trutenhaltung ist nicht ganz einfach. Um erstens eine ruhige, vitale und nicht krankheitsanfällige Herde zu erhalten und zweitens im Raus-Programm mitmachen zu können, ist es unabdingbar, dass eine Weide zur Verfügung steht. So haben die Tiere die Möglichkeit, sich neben einem Futter ohne Zusätze mit Absetzdatum auch mit frischem Gras und den für die Verdauung äusserst wichtigen kleinen Steinchen zu versorgen. Für den Auslauf bei ungünstiger Witterung wird ein Wintergarten gebaut.
Sämtliche Tiere werden im Schlachthof von Christian Kopp in Heimisbach geschlachtet und ausnahmslos direkt vermarktet.
Diese Lösung hat den Vorteil, dass einerseits die Transportwege sehr kurz sind, was den Verbrauch von grauer Energie auf ein Minimum beschränkt, und andererseits der Schlachtbetrieb nach neusten Erkenntnissen und Vorschriften eingerichtet ist.
Das Spektrum des sorgfältig gepflegten Kundenstamms, der sich laufend durch Mund-zu-Mund-Propaganda vergrössert, reicht vom alleinstehenden Kleinkunden bis zu grösseren Verbrauchern. Alle haben damit die Garantie, ein hygienisch verarbeitetes und verpacktes Produkt aus der Region zu kaufen.
Mit der Realisierung der Masthalle ist die Familie auf dem richtigen Weg zum Vollerwerbsbetrieb.
«Als wertvolles Therapieinstrument erweisen sich alle Tiere auf dem Hof», äussern Peter und Barbara.